80 Praxis-Tipps: Fairness fair kommunizieren

67. Viele Unternehmen wollen heutzutage Verantwortung übernehmen und sich fair gegenüber Gesellschaft und Umwelt verhalten. Die Kommunikation solcher Leistungen ist wichtig, auch um andere zu motivieren, ähnliche Wege zu gehen. Sie müssen aber unbedingt darauf achten, ehrlich, transparent und professionell zu argumentieren. Die Öffentlichkeit ist misstrauisch gegenüber sozialen und ökologischen Versprechen von Unternehmen. 

Wenn Sie Verantwortung für die Umwelt kommunizieren wollen, müssen Sie etablierte und wissenschaftlich fundierte Methoden anwenden, um Ihre Erfolge mit Fakten zu belegen: 

68. Bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten hat sich der Leitfaden der Global Reporting Initiative als weltweiter Standard etabliert. Setzen Sie Ihre Nachhaltigkeitsberichte genau nach diesem Verfahren um.

--> Link: www.globalreporting.org

69. Der ökologische Fußabdruck ist ein Standard-Verfahren, um Ihren Ressourcenverbrauch zu messen. Je größer ein Footprint ist, umso stärker wird die Umwelt belastet. Versuchen Sie Partnerorganisationen zu finden, die Sie professionell bei der Erstellung Ihres ökologischen Fußabdrucks unterstützen können.

--> Auf der Webpage www.mein-fussabdruck.at finden Sie weitere Informationen und einen Footprint-Rechner.   

70. Emissionszertifikate sind eine Möglichkeit, um CO2-Emissionen auszugleichen und klimaneutrales Verhalten zu kommunizieren. Einzelne Zertifikate entsprechen einer bestimmten Menge CO2, die durch ein Klimaschutz-Projekt eingespart wurden. Durch den Erwerb solcher Zertifikate können Sie Ihre eigenen CO2-Emissionen ausgleichen. 

--> Der Verified Carbon Standard ist eines der etabliertesten Verfahren zur Klimakompensation: Link: http://v-c-s.org/  

71. Meinungsforschungsinstitute helfen Ihnen dabei, Ihr Image zu messen und zu erheben, ob Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation als nachhaltig wahrgenommen wird. Wenn Sie diese Untersuchungen über einen längeren Zeitraum durchführen, können Sie überprüfen, wie erfolgreich Ihre Handlungen und Kommunikationsmaßnahmen sind. 

Nachhaltigkeitsberichte werden mittlerweile bereits als Standard wahrgenommen und führen nicht unbedingt dazu, dass Sie in der Öffentlichkeit als besonders umweltfreundliches oder sozial engagiertes Unternehmen oder als besonders verantwortungsbewusste Organisation angesehen werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation wirklich außergewöhnlich viel Verantwortung übernimmt, können Sie versuchen, Ihre Leistungen offensiv zu kommunizieren: 

72. Die Kommunikationsstrategie für Ihre ökologischen und sozialen Leistungen muss langfristig angelegt sein. Kommunizieren Sie Ihren Weg und legen Sie fest, welche Kommunikationsschritte bei welcher Phase eingesetzt werden. Klären Sie auch ab, wo Sie auf Ihrem Weg stehen und welche Schritte die nächsten sind.  

73. Definieren Sie Ihre Vorstellungen von Begriffen wie Fairness, Nachhaltigkeit oder CSR genau. Versuchen Sie mit allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen festzulegen, was z. B. Fairness für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation bedeutet und welchen Weg Ihr Unternehmen geht, um Verantwortung zu übernehmen. Das hilft Ihnen dabei, konsistent zu kommunizieren.  

74. Um als verantwortungsbewusstes Unternehmen wahrgenommen zu werden, müssen Sie Ihre ganze Unternehmenskultur so transparent wie möglich gestalten. Speziell bei Unternehmen und Organisationen, die ihr soziales oder ökologisches Engagement intensiv kommunizieren, wird Transparenz vorausgesetzt.  

75. Klären Sie wichtige Widersprüche im Vorhinein ab und versuchen Sie, Ihre Ankündigungen und Versprechen einzuhalten. Dabei ist es wichtig, MitarbeiterInnen aus den verschiedensten Bereichen Ihres Unternehmen einzubinden.

 76. Finden Sie heraus, welche MitarbeiterInnen besonders engagiert für faire und ökologische Leistungen sind und integrieren Sie diese in Ihre Kommunikationsstrategie.

 Wenn Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation in den Fokus öffentlicher Kritik gerät oder wenn Sie glauben, dass zukünftige Projekte kritisch gesehen werden könnten, müssen Sie in einen Dialog mit potentiellen KritikerInnen und Ihren wichtigsten Stakeholder-Gruppen treten:

77. Versuchen Sie bei solchen Dialogen genau zu erarbeiten, welche Ängste oder Kritikpunkte speziell bei Ihren Projekten erwartet werden. Besprechen Sie auch, wie Problemlösungen für diese Kritikpunkte bewertet werden. Außerdem müssen Sie sich im Klaren darüber sein, ob Ihre DialogpartnerInnen ähnliche Vorstellungen von Begriffen wie Fairness oder Nachhaltigkeit haben wie Sie.

78. Wenn Sie in Online-Communities auf Kritik stoßen, versuchen Sie in einen Dialog zu treten. Dabei müssen Sie unbedingt darauf achten, nicht anonym aufzutreten. Es ist wichtig zu vermitteln, dass Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation zu seinen/ihren Standpunkten, Schwachstellen und Aussagen steht.

 79. Finden Sie heraus, welche großen Unternehmen in den Fokus öffentlicher Kritik geraten und warum. Das ist nicht nur amüsant, sondern hilft Ihnen auch herauszufinden, wie die Öffentlichkeit auf Nachhaltigkeits-Versprechen reagiert.

--> Auf der Webpage http://www.greenwashingindex.com/ finden Sie viele Fallbeispiele.

80. Stehen Sie zu Ihren Fehlern und Schwachstellen und versuchen Sie zu kommunizieren, wie Sie vorhaben, diese langfristig zu lösen und zu verbessern.