80 Praxis-Tipps: Diskriminierungsfrei

80 Praxis-Tipps: Diskriminierungsfrei

21. Achten Sie auf Sprachsensibilität! Versuchen Sie in allen Bereichen Ihrer Organisation oder Ihres Unternehmens sensibel vorzugehen und informieren Sie sich, welche Begriffe und Formulierungen von Experten und Expertinnen für die verschiedenen Diversity-Kategorien empfohlen werden.

--> Typische Diversity-Kategorien sind: junge und alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Frauen und Männer, Schwule und Lesben (Queer), Transgender, MigrantInnen und Menschen mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten. Der Leitfaden für diskriminierungsfreie Sprache bietet einen Überblick über mögliche Formulierungen, unterschiedliche Diversity-Kategorien und Formen der kommunikativen Diskriminierung in Wort und Bild:https://broschuerenservice.bmask.gv.at/
PubAttachments/leitfaden_diskrim_2010_web01.pdf

 

22. Zeigen Sie Respekt in der Alltagskommunikation und verlangen Sie dies auch von Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiter-innen. Häufig sind Menschen, die ethnischen Minderheiten angehören, Beleidigungen und unhöflichen Anreden ausgesetzt oder vom Ausschluss aus Kommunikationsakten betroffen. Das schadet Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation.

23. Kooperieren Sie mit Partnerorganisationen, die Ihnen und Ihren MitarbeiterInnen dabei helfen, diskriminierungsfrei zu kommunizieren und Ihr Diversity-Management zu verbessern.

--> Der Ford-Konzern hat beispielsweise das internationale Netzwerk Fordglobe für schwule, lesbische oder bisexuelle Menschen in der Ford-Organisation aufgebaut, das zu den innovativsten und mutigsten Diversity-Konzepten gezählt wird: http://fordglobe.org/de/

24. Zeigen Sie Respekt in allen schriftlichen Kommunikationsakten, die mit Ihren Unternehmungen verbunden sind. Betonen Sie beispielsweise bei Stellenausschreibungen, dass Ihr Unternehmen keinen Unterschied zwischen Ethnien oder anderen Diversity-Kategorien macht. 

--> Bei Jobangeboten in Österreich kommuniziert der IT-Konzern IBM offensiv seine positive Einstellung zu Diversity: „IBM is committed to creating a diverse environment and is proud to be an equal opportunity employer. All qualified applicants will receive consideration for employment without regard to ethnicity, color, religion, gender, gender identity or expression, sexual orientation, national origin, genetics, disability, age, or veteran status“

25. Verzichten Sie darauf, in Inseraten ausgezeichnete Deutschkenntnisse zu verlangen, wenn es für die Tätigkeit nicht unbedingt nötig ist.

Die Diskriminierung von gesellschaftlichen Gruppen ist leider tief in der Rhetorik unserer Kultur und in unserem Kommunikationsverhalten verankert. Setzen Sie sich mit den verschiedenen Ebenen auseinander, auf denen sich Diskriminierung sprachlich vollzieht und versuchen Sie zu reflektieren, wie Sie beim Formulieren andere Wege gehen können:

26. Vermeiden Sie Diskriminierung auf der Wort- oder Begriffsebene.  

27. Unterlassen Sie Generalisierungen und die Zuschreibung von Eigenschaften auf Bevölkerungsgruppen. 

28. Versuchen Sie auch, die Diskriminierung von Personengruppen auf der Ebene der Argumentation zu vermeiden.

29. Verzichten Sie auf Diskriminierungen auf der Ebene der Perspektivierung. 

Setzen Sie sich mit typischen Diskriminierungsformen in der Bildersprache auseinander und gehen Sie andere Wege: 

30. Informieren Sie sich über die verschiedenen Diversity-Kategorien und problematische Bilddarstellungen. Vermeiden Sie stereotype Darstellungen von Menschen, die Randgruppen zugeschrieben werden. Faire Kommunikation verzichtet auch in der Bildersprache auf Diskriminierung.

--> Typische Probleme sind stereotype Darstellungen, die Positionierung in der Bildkomposition oder die Bildauswahl an sich (beispielsweise sind ältere Menschen in den Medien stark unterrepräsentiert).